Kapelle St. Peter und Paul, Stetten
Die Kapelle wurde bereits im Jahr 1155 geschichtlich das erste Mal erwähnt. Hierbei wurde dem Hochtift Konstanz Besitzung im Linzgau, darunter ein Hof in Stetten mit einer Kirche (ecclesia), von Frichrich Barbarosse bestätigt.
Geschichtlich näher erfassbar wird die Kapelle ab dem 13. Jhdt. Drei Konstanzer Bürger mit Namen Konrad Blarrer und die Brüder Nikolaus und Hans Frey stifteten 1395 die Kaplaneipfründe St. Johannes des Täufers in der Meersburger Unterstadtkapelle und haben gleichzeitig die Kapelle in Stetten mit Gütern ausgestattet. Bereits 1508 wurde die Kaplaneipfründe St. Johannes des Täufers in Meersburg und die Kapelle in Stetten als Teil der Meersburger Pfarrei genannt. Unter Fürstbischof Marquard Rudolf von Rodt wurde die Kapelle in Stetten 1696 in ihrer heutigen Form unter Beibehaltung der alten Sakristei von 1484 (Jahreszahl über der Lavabonische) neu erbaut. Die Jahreszahl des Neubaus der Kapelle 1696 ist im Basisstein des Glockenturmes dokumentiert. Die Weihe der Kirche zu Ehren der hl. Apostel Petrus und Paulus und der allerseligsten, ohne Sünd empfangenen Jungfrau Maria und die Altarweihe fand am 16. August 1704 durch Weihbischof Konrad Ferdinand, Weibischof von Konstanz, statt. Im Zuge der Säkularisation (1803) ging die Kapelle aus kirchlichem Besitz, politisch gewollt, in den Besitz der politischen Gemeinde über, die seither auch die Unterhaltungs- und Baupflicht trägt. Im Jahre 1969/70 wurde die Kapelle unter Mitwirkung des bischöflichen Bauamtes Konstanz, im Innenraum grundlegend renoviert. Dabei wurde sie im Sinne des II. Vatikanischen Konzils modernisiert. Chorraum mit Altar und Kirchenraum rückten näher zusammen und gleichzeitig wurde mehr Platz für Kirchenbesucher geschaffen.
Die Kapelle enthält eine Anzahl beachtenswerter sakraler Kunstschätze. Eine lebensgroße barocke Kreuzigungsgruppe an der Stirnwand des Chorraumes aus dem 17. Jhdt. und eine weitere Kreuzigungsgruppe an der Südwand aus dem späten 16. Jhdt. Zwei spätgotische Flügelaltäre aus dem 15. Jhdt. in Nischen an der südlichen und nördlichen Wand des Kirchenraumes (frühere Seitenaltäre). Die Mittelschreine der beiden Altäre besitzen geschnitzte Figuren; die schließbaren Flügel sind bemalt. Nördlicher (linker) Flügelaltar: Petrus und Paulus. Südlicher (rechter) Flügelaltar: Maria. Die beiden Flügelaltäre ruhen jeweils auf einer rechbemalten Predella, mit den vier Evangelisten bzw. Heiligen. An der Nordwand des Kirchenraumes hängt ein großes Ölgemälde der Immaculata conceptio (um 1700) mit reich geschnitztem Rahmen mit Akanthusranken. Über dem Eingang der Sakristei das geschnitzte Wappen ders Erbauers der Kapelle, Marquard Rudolf von Rodt. An der Brüstung der Empore hängt ein auf Leder bemaltes Antependium aus dem 16. Jhdt. (Altarvorsatz des rechten Seitenaltars der alten Kapelle). Im hinteren Kirchenraum befindet sich ein auf grobem Leinen gemalter Kreuzweg von 1771.
Im Dachreitertürmchen hängen zwei Glocken, die gößere aus dem 14. Jht und die kleinere aus dem Jahre 1923. (Werner Leicht)
